„Am Starnberger See, in Ammerland, ist für mich der Kasperl geboren, der Kasperl Larifari vom Grafen Pocci ...“ (Arnulf Gnam)

Von den Anfängen bis zum "Kasperlgrafen" ...

Der "Kasperlgraf" Franz Graf von Pocci, Gemälde von Joseph Stieler, 1843. (Repro: Stadtarchiv Starnberg nach Günter Goepfert: Franz von Pocci, 1999, S. 47)

Das Marionettentheaterspiel bildete sich im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts als künstlerisch anspruchsvolle Variante des Handpuppenspiels heraus. Handpuppen- und Marionettenspieler zogen einst von Markt zu Markt, oft im Tross der Jahrmarktshändler. Das "Eintrittsgeld" diente dem Lebensunterhalt der Spielerfamilien.

Der künstlerische Anspruch an die Spieler und an die Gestaltung der Puppen wuchs und somit auch an die Bühnenausstattung und den Aufführungsort. Der erste feste Theaterbau der Welt für eine Marionettenbühne entstand 1900 in München für das von Papa Schmid gegründete Münchner Marionettentheater, das bereits am
5. Dezember 1858 mit Franz Graf von Poccis "Prinz Rosenroth und Prinzessin Lilienweiß oder die bezauberte Lilie" eröffnet worden war.

Franz Graf von Pocci, der "Kasperlgraf", war ein im besten Sinne dilettierendes Multitalent - Zeichner, Illustrator, Dichter, Komponist und Musiker. Für Papa Schmid schrieb er mehrere Dutzend Kasperlstücke für dessen Marionettentheater. Er gilt als Erfinder des Kasperl Larifari, unverzichtbares "Ensemblemitglied" auch unserer Inszenierungen - nicht unbedingt als Hauptperson, eher als Erzähler bzw. Begleiter der Hauptperson.

Bühnen in St. Gallen, Bad Tölz, Baden-Baden und Salzburg gingen auf die Schmid'sche Bühne zurück, ebenso das 1906 von Paul Brann gegründete "Marionettentheater Münchner Künstler".

Was aus einer "verrückten" Idee wurde ... ein kurzer Rückblick auf mehr als 30 Jahre Starnberger Marionettentheater!

Arnulf Gnam (li.) mit dem Spielgefährten aus der Jugendzeit, Georg ("Schorsch") Blädel, bei der Eröffnung der ersten Ausstellung im Starnberger Heimatmuseum (1986). (Foto: Heinz Weißfuß)
Arnulf Gnams erste Bühne (um 1915). (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Oskar Paul mit seinem Harlekin mit Theatermaske. (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Bürgermeister Heribert Thallmair mit Mitgliedern des Ensembles nach Abschluss der ersten Spielzeit im Januar 1987. (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Egon Blädel, "Spritus Rector", Stimme des Kasperl Larifari und langjähriger Regisseur des Starnberger Marionettentheaters (1995). (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Arnulf Gnam (li.) mit dem Spielgefährten aus der Jugendzeit, Georg ("Schorsch") Blädel, bei der Eröffnung der ersten Ausstellung im Starnberger Heimatmuseum (1986). (Foto: Heinz Weißfuß)
Arnulf Gnams erste Bühne (um 1915). (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Oskar Paul mit seinem Harlekin mit Theatermaske. (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Bürgermeister Heribert Thallmair mit Mitgliedern des Ensembles nach Abschluss der ersten Spielzeit im Januar 1987. (Foto: Stadtarchiv Starnberg)
Egon Blädel, "Spritus Rector", Stimme des Kasperl Larifari und langjähriger Regisseur des Starnberger Marionettentheaters (1995). (Foto: Stadtarchiv Starnberg)

Auch das 1986 von der Stadt Starnberg ins Leben gerufene Starnberger Marionettentheater orientiert sich nach den Vorstellungen seines Figurenstifters, Dr. Arnulf Gnam, an der ursprünglichen ersten Münchener "Pocci-Bühne". Gnam ließ die rund 300 Marionetten seiner Sammlung von verschiedenen Figurenbauern fertigen. Der bekannteste unter ihnen war der ehemalige künstlerische Leiter des Tölzer Marionettentheaters, Oskar Paul.

1986 vermachte Arnulf Gnam seine Marionetten-Sammlung der Stadt Starnberg — unter der Bedingung, dass seine Figuren immer wieder gezeigt  und auch auf der Bühne gespielt werden sollten. Das war die Geburtsstunde des Starnberger Marionettentheaters als Einrichtung der Stadt Starnberg.

1986, 1996 und 2011 wurden Gnams Marionetten in Ausstellungen im Heimatmuseum bzw. Museum Starnberger See gezeigt. Zugleich fand sind im Herbst 1986 eine Gruppe von Menschen zusammen, die diese Figuren in der Folge auch auf die Bühne brachten. Dies geschieht seit nun mehr als 30 Jahren jährlich im Dezember und Januar.

Im Starnberger Marionettentheater werden im Wechsel neubearbeitete und neuinszenierte Pocci-Stücke und neue Stücke von verschiedenen Autoren "im Geiste Poccis", oft mit direktem Bezug zu Starnberg und zum Starnberger See, auf die Bühne gebracht.

Weitere Etappen aus 30 Jahren Theatergeschichte finden Sie hier.

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Theatersaal Starnberger Marionettentheater

VHS Starnberger See
Bahnhofplatz 14
82319 Starnberg


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